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GEDANKEN
Spruch Februar 2012
Durch Stillsein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht.
Jesaja 30,15
... Nachgedacht
Eine Freundin schenkte mir zu Weihnachten eine leere Schachtel. Kein Scherz. Sie erinnerte mich daran, dass Gott einen leeren Platz braucht, um ihn füllen zu können. Wir fürchten die Stille und die Leere, anstatt sie als den Zustand und Ort der Offenbarung zu verstehen, der sie ist. Wir klammern uns an vorgefertigte Hilfen, um die Zeit zu „überbrücken“ und „Sinnvoll zu füllen.“ Aber erst wenn wir sie nicht füllen, füllt sie Gott, erst, wenn wir sie nicht überbrücken, stellt sich der Himmel ein, der stets darauf wartet, ob wir uns ihm einmal ganz hinhalten – ohne Ablenkung und Ausflucht, ohne „Plan B“ für den Fall, dass sich „nichts tut“. Wir sind als Kinder unserer Zeit ereignissüchtig, und unsere Aufmerksamkeitsspanne ist kurz. Wir brauchen Abwechslung. Immer ist eine Uhr in Reichweite, und ungern schalten wir das Handy aus, um zu beten; es könnte ja was „Wichtiges“ sein ... Es ist uns vielleicht noch eine vage Erinnerung aus Kindertagen, wo die Zeit endlos und reichlich schien und nicht überfüllt und flüchtig, wie sie uns nun, da wir erwachsen sind, vorkommt. Wir leiden an Überplanung, Überarbeitung, Überfressung; wir finden den „Aus-Knopf“ nicht, und das Programm läuft unerbittlich weiter. Es ist unglaublich und grenzt an Wunder, was Menschen leisten können; das Leben scheint bei vielen im Akkord abgeleistet zu werden – und irrer weise sind Menschen auf diese Lebensart auch noch stolz. Manche Menschen beklagen, dass Gott nicht zu ihnen spricht, aber sie kommen auch nie zu jener Ruhe und Präsenz die es dafür braucht. Niemand lässt sich krankschreiben, um zu beten, weil sein Herz krank an Gebetslosigkeit ist. Niemand terminiert die Kinder, um „nur“ Zeit für sich selbst zu haben und sein Herz wiederzufinden. „Das wäre doch egoistisch“, flüstern die Stressdämonen in die Ohren der Gehetzten, „und schlecht fürs Geschäft.“ Nicht der Schnelle gewinnt den Lauf, heißt es in Prediger 9.11. Wer gewinnt ihn denn dann, und wie? Erst wenn wir begreifen, dass bei Gott Geld nicht abhängig von Leistung ist, widerfährt uns ein umwerfendes „Aha!“-Erlebnis. Bei unseren Kindern hängt deren Versorgung auch nicht von ihrer Leistung ab, sondern sie ist die Voraussetzung für ihren Erfolg. „Lasst uns lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt“ (1. Johannes 4,19) Gilt dies nicht auch auf materieller Ebene? Wir segnen andere finanziell und materiell, denn Gott hat uns zuerst finanziell und materiell gesegnet. Wir geben Empfangenes weiter. Gottes Prinzip ist das der Freiheit, die erfordert, dass wir „alles allezeit in voller Genüge haben, um überzufließen zu jedem guten Werk“ (2. Korinther 9,8) Das nenne ich göttlichen Wohlstand, denn er führt zu der Freiheit und Würde, ein Segen sein zu können! Wir müssen uns nicht abrackern, um zu überleben und irgendwie „über die Runden“ zu kommen. Nein, wir können uns die Ruhe leisten – eine wahre Glaubensherausforderung für uns Deutsche. Ruhe ist kein Privileg (oder Fluch) der Invaliden und Rentner. In Zukunft wird das mit den Renten ja sowieso nicht mehr so üppig ausfallen; die „fetten“ Jahre sind vorüber, und es wurde nicht für die mageren angespart. Die „Experten“ träumten von ewigem Wachstum und sind zu Narren geworden. Es gilt, die Wahrheit zu realisieren: Weder sind Rentenbeiträge rentabel, noch Versicherungen sicher, denn das Geld ist trügerisch wie Treibsand. Gott jedoch ist sicher wie ein Felsen. Er ist der Gleiche „gestern, heute und morgen“; er wird nie arm, und sein Reichtum wird nie weniger, und er ist auch ganz marktunabhängig. Halleluja! Leider haben wir nicht gelernt, wie man auf ihn, anstatt auf Mammon, baut. Uns wurde beigebracht, Gott für unsere chronischen Finanznöte „anzugraben“ und mit frommen Leistungen zu „bestechen“, damit er uns und unsere Gemeinde segnet, um wenigstens die Schulden regelmäßig bedienen zu können. Aber er wartet offenbar, bis wir die Gemeindearbeit einmal ruhen lassen und zur Besinnung kommen darüber, wer wir eigentlich sind und was wir eigentlich tun. Und wer Gott wirklich ist, und was er eigentlich tut. Innehalten ist angesagt! Schnell mögen wir behaupten, all unsere Gemeindearbeit erfülle nur den einen Zweck, „Gott zu dienen“. Jedoch erfüllen unsere christlichen „Sonntagspflichten“ so gar nicht die biblischen Beschreibungen des „Sabbats“, in denen es eben um das Einstellen all unserer Aktivitäten geht, um zur Ruhe zu kommen. Mancher Gemeindemitarbeiter und Leiter ist über zwanzig Jahre nicht in diese Sabbatruhe eingekehrt – zu viel zu tun, immer zu viel zu tun (und trotzdem war es nie genug). Israel musste einst dem Land alle gestohlenen Sabbatruhen wiedergeben und wurde dafür 70 Jahre lang einfach nach Babylon ausquartiert (2. Chroniker 36,23). Gott nahm diese Angelegenheit sehr genau! Rechnen wir einmal nach: 20 Jahre mal 53 Wochen nicht eingehaltener 7. Ruhetag = 1060 Tage. Macht knappe 3 Jahre Ferien. Wie fällt die Rechnung bei Euch aus? Dirk Moews
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